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Ich habe vor einiger Zeit mal in meinem Bücherschrank ein Buch gesucht. Dabei ist mir das Buch “Sieh nach im Zahlenspiegel für die Stadt Bremerhaven, mit Vergleichszahlen aus Land und Stadt Bremen” von Rektor Erich Manske, Bremerhaven, entgegen gefallen. Die Statistik umfasst die Jahre 1951 bis 1955, also ungefähr heute vor 50 Jahren. Interessant, hier mal einen Rückblick auf die Zeit des Wiederaufbaus in Bremerhaven nehmen zu können. Interessant war für mich erst einmal, dass in keiner Zeile dieses Buchs etwas über Arbeitslosenzahlen stand. Ob damals die Arbeitslosenzahl geringer war als heute? Glaube ich zwar nicht, vielleicht war das damals noch nicht so wichtig, Wer darüber noch etwas weiß, kann mir dazu eine E-Mail unter holger.hansen1@web.de schicken. Ich weiß nur noch aus dieser Zeit, dass mein Vater damals, bevor er eine feste Anstellung zuerst bei einer Straßenbaufirma und später beim Magistrat der Stadt Bremerhaven fand, “Notstandsarbeiten” machen mußte. Seine Arbeit bestand unter anderem darin, mit einem langen Bambusstock, auf den ein fester Stein gebunden war, Trümmersteine zu zerklopfen, die damals für den Straßenbau verwendet wurden. |
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Zur Statistik |
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Zuerst werfen wir einen Blick auf die Entwicklung der Bevölkerung von der Stadtgründung im Jahre 1827 bis zum Jahre 1955. Zur Vereinfachung für “Auswärtige” habe ich auf einige, kleine Feinheiten verzichtet, wie die aus der Zeit entstandenen Zusammenschlüsse und Eingemein- dungen von Ortsteilen. |
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Im Jahre 1827 gab es in Bremerhaven selbst 19 Einwohner, in Geestendorf-Geestemünde und Lehe gab es zusammen etwa 2.800 Einwohner. In Bremerhaven gab es den Hafenmeister Deetjen, den Schmied Carsten Mehrtens, den Wirt und Fährmann Jantzen und den Schiffszimmermann Cornelius und weitere mir nicht bekannte Einwohner, sicherlich die Familien und Arbeiter der damals ersten ansässigen, vorgenannten Unternehmer. |
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Übrigens, im Jahre 2005 liegt die Arbeitslosigkeit bei mehr als 24 % |
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Die Anzahl der beschäftigten Bremerhavener (ohne Pendler) in Bremerhavener Betrieben betrug im Jahre 1954 47.419 Personen. Das sind 37,1 % aller Einwohner. (Pendler aus dem Umland 11.568.) Im Jahre 2003 müßten das bei einer Arbeitslosenquote von ca. 19 %, umgerechnet 34,8 % der Bevölkerung sein, also 41.129 Beschäftigte. Demnach war die Arbeitslosigkeit im Jahre 1954 geringer als heute. Aber möglicherweise war auch der demografische Faktor damals ein anderer. Interessant wäre also zu wissen, wieviel Bremerhavener am 31.12.2003 Beschäftigung hatten. |
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Welche statistischen Werte gab es noch Ende 1954 ? |
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Die Hochseefischerei Die Hochseefischerei war noch 1954 ein bedeutendes wirtschaftliches Standbein. Um das für uns heute “Unglaubliche” sollte man die damaligen Zahlen kennen. Es gab damals 20 Fischdampfer- Reedereien, auf den Fischdampfern wurden insgesamt rund 2.300 Personen beschäftigt. Je Kopf der Bevölkerung wurde damals 11,1 Kg Fisch verbraucht, davon 9,0 Kg aus deutschen Fängen. Der Rest wurde eingeführt. Heute ist es nicht nur umgekehrt, sondern aus deutschen Fängen gelangen nur noch Bruchteile der damaligen Mengen davon auf dem Markt. Bremerhaven hatte seinerzeit noch 112 Fischdampfer und damit einen Anteil an der westdeutschen Fischdampfer- flotte von 53,8 %. Im Jahre 1938 waren es 215, 1950 noch 121 Fischereifahrzeuge. Heute hat Bremerhaven, glaube ich, nur noch 2 Schiffe, die auch noch vom Ausland bereedert werden. Auch in der Fischverarbeitung gab es 1.578 Beschäftigte und der Fischereihafen nannte sich den größten des europäischen Kontinents. Damals wurde auch noch groß der Tag des Hochseefischers gefeiert. Und heute? Es wird der eingeführte Fisch vorwiegend von den Isländern angelandet und versteigert und vermarktet, oder er kommt mit Kühllastern aus Dänemark. Der Schiffbau Für eine Seehafenstadt, wie sie Bremerhaven nun einmal ist, ist der Schiffbau von heraus- ragender Bedeutung. Aber auch dort hat die Stadt Bremerhaven erhebliche Einbrüche hinnehmen müssen, die bis heute nicht verkraftet werden können. Im Jahre 1954 sind hier auf den Werften von 12.258 Beschäftigten 36 Schiffe mit einer Tonnage von 59.484 BRT abgeliefert und gebaut worden. Heute gibt es nur noch 2 Werften, die noch größere, qualitativ hochwertige Schiffe bauen, die aber auch ständig an der Insolvenz entlang schrammen und nur noch einige Hundert Beschäftigte haben, die teilweise auch noch von “Fremdfirmen” auf den Werften unterstützt werden. |
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Das waren einige interessante statistische Werte aus dieser Zeit, teilweise mit heute geltenden Werten verglichen. |
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In dem Buch habe ich noch Angaben zu den Verlusten im zweiten Weltkrieg gefunden, die sich statitisch darstellen lassen. Diese Angaben möchte ich Ihnen nicht vorenthalten. |
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Die Stadt Bremerhaven wurde durch die Kriegsereignisse zu 56,1 % zerstört, die Stadtmitte sogar zu 97 %. Von den 32.242 Wohnungen wurden 11.943 vernichtet, außerdem 14 Schulen, 6 Kinos, das Stadttheater und die Museen, sowie auch viele öffentliche Gebäude. Es kamen durch Luftangriffe 1.118 Personen ums Leben. Vom 8.4.1941 bis 3.2.1945 gab es 13 Luftangriffe, bei denen u.a. am 3.2.1944 31 Einwohner, am 15.6.1944 155 Einwohner, am 18.6.1944 198 Einwohner, am 24.6.1944 91 Einwohner den Tod fanden, Bremerhavens “schwarzer Tag” war der 18. September 1944 mit dem 769. Luftalarm von 21.20-23.09 Uhr, als ein Luftangriff in 22 Minuten die Stadt zerstörte, wobei es unter der Zivilbevölkerung 620 Tote, 30 Vermißte und 1.193 Verwundete gab. |
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